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Am Sonntag, dem 20.3.2016, fand in der Lauterbachhalle in Völklingen eine Typisierungsaktion für die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) statt. Unter dem Motto „Stefan will leben“ wurde ein/e geeignete/r Knochenmarkspender/in für einen an Blutkrebs erkrankten 24-jährigen Völklinger gesucht. Wochenlang hatte ein 7-köpfiges Organisationsteam jede freie Minute geopfert und die Spendenaktion vorbereitet. Natürlich beschränkte sich die Organisation einer so großen Veranstaltung nicht auf die Planungen zur Durchführung, vor allem mussten möglichst viele Sponsoren gefunden werden. Daher warben die Organisatoren saarlandweit für Unterstützung.

Zahlreiche Privatleute aber auch Firmen, Radiosender und Zeitungen aus dem ganzen Saarland stellten sich in den Dienst der guten Sache. Viele Menschen warben für die Teilnahme an der Aktion, viele Medien, Vereine und Firmen halfen tatkräftig mit. Schröder bat gemeinsam mit anderen Unterstützern per Facebook um rege Teilnahme, mehrere Zeitungen hatten kostenlose Anzeigen veröffentlicht, Radiosender berichteten von der geplanten Aktion und sendeten kostenfreie Werbespots. Damit die vielen Spender und Helfer am Sonntagmorgen verköstigt werden konnten, spendete eine Völklinger Bäckerei zahlreiche Backwaren, Schröder Fleischwaren steuerte leckere Wurstwaren bei und die AWO Völklingen kochte einen großen Topf Gulaschsuppe.

Mit der vereinten Kraft aller Beteiligten wurde die Typisierungsaktion eine beeindruckende Veranstaltung. Anfänglich hofften die Organisatoren auf 500 Teilnehmer doch der Zuspruch aus der Bevölkerung ließ die Zahl schnell wachsen. Über achthundert Menschen aus der Region hatten sich bereits im Vorfeld als Spender angemeldet, doch die optimistischen Erwartungen sollten noch weit übertroffen werden. Zahlreiche Fussballvereine traten in Mannschaftsstärke in der Lauterbachhalle an, die freiwillige Feuerwehr kam und viele Firmen erschienen mit einem Großteil ihrer Belegschaft. In der Halle kümmerten sich über 100 Helfer um den nicht enden wollenden Strom der Spender. Krankenschwestern, Ärzte und Rettungssanitäter aus der gesamten Region hatten sich freiwillig gemeldet, um die medizinische Betreuung der Spender fachkundig zu übernehmen.

Obwohl der Andrang hoch war, lief dank perfekter Organisation alles reibungslos. So kam am Ende des Tages eine beeindruckende Zahl zustande: 1445 hilfsbereite Menschen fanden sich in der Lauterbachhalle ein und liessen sich als Knochenmarkspender registrieren. Auch die Mitarbeiter der DKMS waren von der Durchschlagskraft dieser Aktion begeistert. Die Typisierung geht schnell und ist für den Spender so gut wie schmerzlos. Nur 5 Milliliter Blut reichen für eine Typisierung aus. Wer den kleinen Piekser vermeiden möchte, kann einen anderen Weg gehen. Dabei werden mit einem Wattestäbchen ein paar Zellen von der Mundschleimhaut genommen und anschließend analysiert. Das Ziel ist, einen genetischen Zwilling für Stefan zu finden, dessen HLA-Merkmale weitgehend mit Stefans übereinstimmen.

Im Jahr 1991 in Deutschland gegründet, ist die DKMS inzwischen mit über 6 Millionen Spendern der weltweit größte Verbund von Stammzellspenderdateien. Dennoch ist nicht für jeden Patienten bereits ein geeigneter Spender registriert und die Knochenmarkspenderdatei muss ständig erweitert werden. Ob am Sonntag ein geeigneter Spender für Stefan dabei war, wird erst in einigen Wochen feststehen. Schon jetzt lässt sich aber feststellen, dass die Veranstaltung durch die hohe Zahl der Teilnehmer ein Riesenerfolg war und Stefan durch das Engagement so vieler Menschen, Institutionen und Firmen viel moralische Unterstützung erfährt. 

Was die Organisatoren der Typisierungsaktion in ihrer Freizeit auf die Beine gestellt haben ist mehr als beachtlich. Dieses Beispiel zeigt, dass Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft nach wie vor typische Tugenden der Menschen in unserer Region sind. Alle Beteiligten dürfen mit Freude und Stolz auf die tolle Aktion in Völklingen-Lauterbach blicken und hoffen, dass ein/e passender Spender/in für Stefan dabei war.